Montag, 09.02.2010: Heute fahren wir mit zwei Hunden, Nemo und Nils zu wichtigen Untersuchungen zum Tierarzt.
Wer die Insel La Palma kennt, weiß, dass die Fahrtstrecke von el Paso auf der Westseite über die Cumbre hinüber auf die Ostseite nach Benja Baja wenig geradeaus führt. Ich bemühe mich die vielen Kurven sanft zu nehmen, was nicht zuletzt auf Grund des Fahrstils der Palmeros, die sich hinter mir auf der Straße nicht dezent sondern eher ausdauernd aufdringlich und deutlich bemerkbar machen, nicht gerade leicht fällt.

Helgas erste Kontaktaufnahme
Dem kleinen Nils wird so schlecht, dass er sich übergeben muss, bevor ich anhalten kann. Wir sind froh darüber genügend Tücher dabei zu haben und dass Nils von Nemo getrennt in der Hundebox sitzt.
Beim Tierarzt steigt Nils leicht torkelnd aus dem Wagen und beginnt zu meiner Überraschung sofort schwanzwedelnd herum zu blicken, will neugierig die Gegend erforschen, bis er merkt, dass er ziemlich wackelig auf den Beinen ist. So nimmt er es gerne in Kauf, mit uns auf einer Sitzbank vor dem Tierarzthaus platz zu nehmen, um dort in Ruhe auf die Behandlung und Untersuchung zu warten.

Solche Kleinen werden auf La Palma von Menschen die sie nicht mehr haben wollen im Wald ausgesetzt. Werden sie nicht gefunden, überleben sie die Nacht allein nicht. Der Tierschutzverein La Palma e.V. nimmt solche Tiere auf und peppelt sie wieder hoch. Doch dafür benötigt der Verein Ihre Unterstützung (aktive oder passive). Näheres finden Sie auf der Webseite:
Nemo wird vom Tierarzt routiniert aufgenommen und ins Behandlungszimmer gebracht. Dort werden verschiedene Untersuchungen gemacht, von der Zeckenbehandlung bis zum Test auf Herzparasiten, die es auf den Kanaren gibt. Die Parasiten werden an Hunde durch Insekten übertragen. Nachdem Nemo alles übersteht, wird auch Nils untersucht, der brav und von der Autofahrt noch leicht betattert, alles genau so wie Nemo über sich ergehen lässt.
Die Rückfahrt treten wir statt mit zwei Hunden mit dreien an. Tags zuvor wurde ein kleiner gewichtiger Hund beim Tierarzt abgegeben. Wir nehmen ihn mit zu Sigi, wo das Tier sich vorübergehend in ein neues Rudel integrieren wird, bis es gelingen soll, den Hund an eine ältere Dame zu vermitteln.

Helga ist gut angekommen und wartet Abends aufs Fressen.
Nils verträgt die Autofahrt von Ost nach West über die Cumbre bedeutend besser als die Hinfahrt, denn er hat nichts mehr, das er hergeben könnte. Alle drei, Nils, Nemo und die neue Seniorin werden johlend zuhause bei Sigi vom Rudel begrüßt. Die Seniorin hat nun die Aufgabe, sie dort ihren Platz zu verschaffen, was ihr vor allem dadurch noch schwer fällt, weil sie ein gewisses Interesse an drei Welpen bekundet. Der Zutritt wird ihr aber durch fletschende Zähnchen von deren Mutter verwehrt.

Abends warten Nemo und Nils mit den anderen Hunden wie
jeden Tag auf ihr Fressi Fressi.
Wie alte Menschen interessieren sich halt auch alte Hündchen für kleine Hunde-Kinder. Der Versuch von „Eiteitei“ oder gar Betatschen der Kleinen wird unter Hunden aber in deutlicherer Sprache abgewehrt, als das unter Menschen der Fall ist.
Im Laufe des Tages beobachten wir, das die Seniorin mehr und mehr begreift, wo ihr Platz in dem Rudel sein wird. Später balgt sie sich mit den ersten, die ihr wohlgesonnen sind.

Helgas erste Kontaktaufnahme mit Sarotti
Die Seniorin nennen wir „Helga“.
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