Mittwoch 11.02.2010
Helga hat sich inzwischen in der Gruppe voll etabliert. Wenn man sie beim Fressen nicht mit einem kleinen Besen beiseite schiebt, lässt sie beim Abend-Fressi-Fressi kein anderes Tier an den gemeinsamen Napf. In Anbetracht ihres „pfundigen“ Aussehens ist es notwendig, sie ab und an vom Futternapf ab zu drängen, was sie widerwillig brummend respektiert.
Helga hat nicht nur Freunde im Rudel der in Not geratenen und vom Tierschutz La Palma e.V. versorgten Tiere, weil sie stets brummend den Futtertrog verteidigt.
Die kleine Tiggi läuft lustig und spielend mit den anderen Kleinen über das Gelände, ihre gestrige ängstliche Zitterei scheint vergessen zu sein.

Die kleine Tiggi findet sich schon zurecht. Sie braucht es dringend, auch mal in der warmen Jacke auf und ab getragen zu werden. Doch zu solcher Art Welpenpflege bleibt wenig Zeit, denn die Anzahl von kleien Welpen, die auf La Palma in den Wäldern ausgesetzt aufgefunden werden ist zu hoch, während die Anzahl der Menschen, die sich um gerettete Hunde vor Ort aktiv kümmern leider viel zu gering.
Nemo hat sich an unsere Besuche gewöhnt, lässt sich anleinen und versucht uns ein Leckerli zu entlocken, in dem er „Sitz“ macht und wedelt. Das ist das erste Kommando, das wir gestern mit ihm zu üben begonnen hatten. Nemo bekommt nur dann ein Leckerli, wenn wir „sitz“ zu ihm sagen, wozu wir den Zeigfinger nach oben heben und er, anstatt mich anzuspringen, sich brav vor mich hinsetzt.

"Zeitung lesen", Schnüffeln ist für Nemo natürlich die interessanteste Beschäftigung auf den täglichen Spaziergängen. Denn er hat bis vor wenigen Tagen das Rudel und den Hof von Siglinde, vom Tierschutz La Palma e.V., noch nie verlassen dürfen, denn es waren keine Menschen da, die sich die Zeit dafür nahmen, so einen Hund auf den schönen Waldwegen La Palmas spazieren zu führen.
Nemo probiert halt aus, ob er auch dann ein Leckerli bekommt, wenn er sich, ohne es gesagt zu bekommen, einfach mal ab und an beim Spazierengehen vor uns hin setzt. Doch das funktioniert halt leider nicht. Pech gehabt Nemo.

Ein Leckerli gibts für das Kommando "sitz". Das war das erste Kommando, das Nemo an Erziehung in seinem Hundeleben genossen und wohl auch verstanden hat.
Was auch nicht gleich geht, ist dass wir heute beim Spaziergang mit Nemo versuchen, noch ein Kommando, das wir für wichtig halten, zu lernen. „Platz“ bedeutet, dass Nemo sich hinlegen soll. Doch das gelingt uns nicht, weil er sich halt nie von sich aus hinlegt, damit wir das mit dem Begriff „Platz“ belegen könnten.

Hinlegen findet Nemo höchstens dann interessant, wenn er was schönes zum Abnagen bekommt. Vom Kommando "Platz" ist er noch weit entfernt.
Ich glaube, "platz" ist für einen ausgesetzten Hund, von dem wir nicht wissen, ob er früher mal getreten oder gar geschlagen wurde, das schwierigste Kommando. Denn der Hund ist am Boden liegen („platz machend“) eben völlig ungeschützt. Hat er in seinem kurzen Tierleben schon böse Fußtritte von seinen früheren Menschen, die ihn auf La Palma ausgesetzt haben, erleben müssen, dann wird er sicherlich das Kommando „platz“ (leg dich hin), nicht so gerne verstehen wollen.

Heute geht die Hundeliebe so weit, dass man sich davor auch mal rettend zurück ziehen muss. Das geht manchmal nur in einer gewissen Eile, denn 25 stürmische Hunde auf Suche nach Steicheleinheiten können schon mal ganz schön wild werden.
"Platz" als Kommando muss auch nicht sofort sein, denn wir sind froh, dass er so gut an der Leine geht, fast nicht zieht und gelassen bleibt, obwohl wirklich alles, von der Kuh auf dem Feld, zum Menschen der vorbei geht bis zum Auto oder LKW der dicht vorbei fährt, neu für das Tier ist.

Sarotti wartet genauso wie Nils auf eine neue Familie in Deutschland. Er war zusammen mit Nemo und uns zum erstenmal in seinem Hundeleben auf einem Waldspaziergang unterwegs. Dabei hat er sich ganz gut an Nemo orientiert. Sarotti ist ein ruhiges und noch sehr ängstliches Tier. Er sucht eine ruhige Familie, die sich viel Zeit für ihn nimmt.

Nils kann auch schon mal ganz gut aufdrehen, er kann sich aber auch selbst beschäftigen, will dabei aber nicht allein gelassen werden.

Kleine Welpen finden bei Siglinde in ihrem Hof auf La Palma Platz. Sie würden in der großen Hundeauffangstation nicht so gut zurecht kommen.
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